BausenweinB3

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

ein ereignisreiches Jahr 2017 geht zu Ende!

Es war ein zukunftsweisendes Jahr für Hagelstadt. Viele langwierige Vorarbeiten mündeten in ein Ziel. So konnten wir endlich ein für die Entwicklung der Gemeinde dringend benötigtes Grundstück für Bauland erwerben, das jetzt zusammen mit einem Erschließungsträger erschlossen werden soll. Die ökologische Erneuerung des Langenerlinger Baches, mit einem Hochwasserschutz für Langenerling, konnte auf einer Länge von 1,2 km abgeschlossen werden. Diese Maßnahme wird dazu beitragen, Überschwemmungen nach Starkregenereignissen und Schmelzwassern in Langenerling zu verhindern. In Langenerling wurde eine weitere gemeindliche Brücke, die Johanneswegbrücke gebaut. Zusätzlich wurde die defekte Stützmauer der Gailsbacher Straße in Hagelstadt erneuert, und eine langjährige Gefahrenstelle beseitigt. Allein diese Maßnahmen stehen für gut 3 Millionen €, die wir 2017 in unsere Zukunft investiert haben!

Auch in die Verwaltung, für unsere Bürger wurde viel Arbeit investiert. Eine neue integrierte Verwaltungssoftware wird mit dem Jahreswechsel 2018 eingeführt. Schulungen hierzu finden bereits seit Wochen statt.

Hagelstadt hat am seniorenpolitischen Gesamtkonzept des Landkreises mitgearbeitet. Endlich konnten auch bei uns Seniorenbeauftragte bestellt werden. Das Gemeinde-Archiv ist ebenfalls in gute Hände übergegangen, ein neuer Ortsheimatpfleger bestellt.

Die Gemeinde hat in 2017 auch die Vereine unterstützt. Der Sportverein hat einen neuen Pachtvertrag und einen ordentlichen Zuschuss für den Bau des Stockschützenhauses erhalten. Der Schützenverein „Enzian“ wurde großzügig mit einem Zuschuss und einem Darlehen für seine Anschaffung einer elektronischen Schießanlage unterstützt.

Der Kirche wurde ein Zuschuss von über 20.000 € zugesichert für die Erneuerung der Friedhofsmauer in Langenerling.

Auch für unsere Kinder hat sich viel getan. Unsere Grundschule läuft seit diesem Jahr als offene Ganztagsschule (oGTS). Nicht als Zwang, sondern als Angebot an alle Eltern. Diese notwendige Veränderung war nur möglich, weil wir die Schule auch baulich erweitern werden, und den dringend sanierungsbedürftigen Altbau anschließend grundlegend sanieren. Das erst im Frühjahr 2017 aus einer europaweiten Ausschreibung gewählte Architektenbüro ARGE Gutthann/HIW Architekten hat einen sehr guten Entwurf dazu erarbeitet. Möglich war die Umsetzung des ganz engen, anspruchsvollen Zeitplans nur nach vielen Gesprächen mit den Architekten und den vielen am Projekt beteiligten Fachplanern, der Schule und der Schulaufsicht. Viele Sondersitzungen des Bauausschusses und des Gemeinderats waren erforderlich. Und, natürlich, geht es entsprechend um sehr viel Geld, das ab 2018 teilweise als Kredit aufgenommen werden muss.

Auch für den Umbau des ehemaligen Bahngebäudes zu unserem neuen Rathaus ist eine gute Planung entstanden. Sie wartet derzeit auf Genehmigung durch das Landratsamt und ihre – hoffentlich – zeitnahe Umsetzung.

Mich begeistert, dass einstimmige Beschlüsse diese große Aufgabe für Hagelstadt tragen.

Nicht nur in Hagelstadt, in ganz Bayern und Deutschland ging es 2017 den meisten Bürgern gut. Die Staatseinnahmen sprudeln, und es fällt kaum auf, dass wir auf Bundesebene nur provisorisch regiert werden.

Aber es gibt auch Negatives: Großprojekte scheinen in Deutschland kaum noch umsetzbar, vielleicht auch, weil die Behörden nicht mehr an einem Strang ziehen. Langfristige Strategien sind politische Mangelware: Die Parteien kümmern sich mehr um das spätere Abschneiden in zukünftigen Wahlen als um das Gemeinwohl. Machtpolitisches Taktieren und hausgemachte Skandale sind Höhepunkte der politischen Berichterstattung.

Die Stimmung in einem beachtlichen, gewiss lauten Anteil der Bevölkerung ist schlecht, trotz der guten deutschen Wirtschaftslage; der Anteil von Protestwählern z.B. bei der letzten Bundestagswahl ist hoch wie nie. Dumm nur, dass bei einer Auswahl von mehr als 20 Parteien eine antieuropäische und reaktionäre Partei mit teilweise sogar rassistischen Funktionären Nutznießer dieser Proteste geworden ist. Fremdenfeindlichkeit ist wieder hoffähig geworden. Wut lenkt augenscheinlich heute viele, gerade auch ältere, Bürger. Dies lässt sich leider auch in der Kommunalpolitik zunehmend erleben. Nicht wenige der längerjährigen Bürgermeisterkollegen aus dem Landkreis berichten von der Zunahme der Egoismen und Respektlosigkeiten. Das Streiten für Interessen Einzelner sei zur Normalität in unseren Dörfern geworden. Das Eintreten für die gemeindlichen Interessen, für öffentliches Wohlergehen, wird zur großen Ausnahme. Leider sei dies auch in den Gemeinderäten so zu spüren; dies erstrecke sich sogar bis in die übergeordneten Behörden.

Erst kürzlich hat ein Mitbürger unserer Gemeinde mir erklärt, wie direkt er dies erfährt. Er unterscheidet sich, neben einem kleinen Akzent, nur durch seine Hautfarbe von den meisten unserer Mitbürger, und ist seit langem deutscher Staatsangehöriger. Trotzdem neide man ihm seine Situation, höre er „Ausländer raus“. Er verstehe nicht, wo diese Wut herkomme, es gehe doch allen gut bei uns. Jeder habe mehr als genug zu Essen und ein Dach über dem Kopf. Fast jeder will mehr haben als genug, und vor allem von allem mehr haben als die Anderen.

Mit der Gier wachsen auch der Neid und die Missgunst. Gerade in der Weihnachtszeit, in unserer christlich geprägten Kultur, sollte jedem bewusst sein, dass das zur Verfügung stellen eines Dachs über dem Kopf, das Mitgefühl auch für Fremde, den Nächsten, kultureller Auftrag ist. Von diesen Aspekten unserer Leitkultur ist derzeit leider wenig zu hören.

Ich hoffe, dass Sie eine friedvolle und harmonische Weihnacht verbringen oder schon verbracht haben, und wünsche Ihnen besinnliche Tage, ein frohes Weihnachtsfest, einen guten Beschluss des alten Jahres, und vor allem ein gutes neues Jahr 2018!


Ihr
BB signature
Dr. Bernhard Bausenwein
1. Bürgermeister