BausenweinB3

Grußwort zur aktuellen politischen Lage 3/19

Sehr geehrte Mitbürgerinnen und Mitbürger,

unser neues Rathaus wächst. Der Umbau des alten Bahnhofsgebäudes schreitet gut voran. Der Treppenanbau um den Aufzug wird folgen. Auch andere große Baustellen stehen in den Startlöchern: In Gailsbach geht die Dorferneuerung in ihre lang ersehnte Schlussphase. Zwei Rückhaltebecken, der Gittinger Weg, das „Gassl“ und der Gittinger Bach stehen noch an. Der integrierte Hochwasserschutz und die ökologischen Verbesserungen am Bach machen den Abschluss der Dorferneuerung zu einem nochmals recht umfangreichen Projekt, für dieses und das nächste Jahr.

Nach jetzt schon drei Bauausschusssitzungen in diesem Jahr erfolgte der Aufstellungsbeschluss für das neue Baugebiet ist in der regulären Märzsitzung, einen Planungsentwurf hierfür wird es voraussichtlich noch vor dem Sommer geben. Die Vergabe für den Baumeister der Schule und weitere Aufträge dazu wurden in einer Sondersitzung im März beschlossen. Die Baustelle Schule beginnt bereits in der ersten Aprilwoche. Endlich! – Hatte doch die Regierung wegen ihrer späten Förderzusage das Bauvorhaben um ein Schuljahr verzögert.

Keine dieser Baustellen wird ganz ohne Beeinträchtigungen für Anwohner und Betroffene durchgeführt werden können. Erneut bitte ich Sie um Verständnis. Unsere effektiv arbeitende Verwaltung hat sich sehr bemüht, Beeinträchtigungen, die beim Bau der letzten großen Baustellen, dem Hochwasserschutz, insbesondere beim Becken HRB-Süd, minimal zu halten. Ich bin sehr stolz auf Sie, liebe Bürger, dass Sie, dieses Engagement wohl spürend, mit sehr viel Verständnis auf die Bauphasen-bedingten Hindernisse reagiert haben. Danke!

Unsere vielen, nun parallel zu bewältigenden Aufgaben haben SEHR viel Vorarbeit und gründlichste Vorbereitung in der Antragstellung und Planung verlangt. In der Durchführung und Umsetzung werden sie noch mehr Zeit in Anspruch nehmen. Jeder, der selbst ein Haus gebaut hat oder eines bauen ließ, weiß das. Leider braucht manches auch Nachbearbeitung. Der gänzlich unerwartete Böschungsabrutsch im Becken West muss untersucht und im Sommer nachhaltig behoben werden.

Im Öffentlichen Hochbau, vor allem im geförderten Bereich, ist alles nochmals deutlich aufwendiger als bei einem privaten Bau. Der Ausschreibungsplan für die Schule alleine umfasst Hunderte von Schritten, von denen nur wenige ohne Beteiligung von Bürgermeister und Verwaltung ablaufen. Vieles, wie z.B. elektronische Ausschreibungen oder elektronische Rechnungsstellung, müssen von unserer Verwaltung neu erlernt und sofort angewendet werden – dank der neuen Software ist einiges erst möglich. Geförderte Hochbauprojekte sind Neuland für unsere Verwaltung, bei der ich mich hier recht herzlich für ihren großen Einsatz bedanke. Wir lernen täglich dazu.

Trotz des Aufwands freue mich darauf, dieses Riesenprogramm umsetzen zu dürfen. Seit ich auf einer Wahlliste in der Gemeinde politisch aktiv bin (seit 2002), gab es kein auch nur annähernd vergleichbares Bauprogramm. Das in den letzten 5 Jahren umgesetzte Arbeitsprogramm bringt unsere Gemeinde ein gutes Stück voran, schafft notwendige Infrastrukturen und beendet einen Investitionsstau. Fünf der großen Projekte, Breitbandausbau, Ökologische Erneuerung der Langenerlinger Bachs, Hochwasserschutz, Schulbau und Dorferneuerung wurden bzw. werden durch externe Fördermittel ermöglicht. Insgesamt konnten einige Millionen an öffentlichen Geldern in unsere Gemeinde gezogen werden. Darauf darf man stolz sein.

Nun könnte man meinen, alle Gemeinderäte sollten sich mit mir ob des Laufs der großen Projekte und der anhaltend guten finanziellen Situation freuen und ihre Konzentration auf die bestmögliche Fortsetzung und Umsetzung der Planungen lenken. Bedauerlicherweise ist das aber nicht der Fall.

Die konstruktive Diskussion, das Beraten und miteinander Planen, der Regelfall im Bauausschuss, werden zur Nebensache in den Gemeinderatssitzungen. Persönliche Vorhaltungen und Missgunst gegenüber dem Bürgermeister nehmen an Intensität und Schärfe zu. Einzelne Hagelstädter Gemeinderäte fallen in Verhaltensschemen zurück, mit denen sie jahrzehntelang das Bild des gesamten Hagelstädter Gemeinderats geprägt haben: „Richten“ und Schimpfen, auf andere Meinungen, andere Räte, Behörden, auf Planer und Planung, und jetzt auch wieder auf die eigene Verwaltung und den eigenen Bürgermeister.

Inhaltliche Kritik ist immer willkommen, diese setzt aber ernsthafte und sachliche Auseinandersetzung mit den vorgestellten Themen und den erarbeiteten Lösungsvorschlägen, und respektvollen Umgang voraus. Dies gilt untereinander, aber auch mit den vom Gemeinderat selbst beauftragten Planern. 

Sie, liebe Bürgerinnen und Bürger, haben Ernsthaftigkeit im Umgang mit aktuellen und zukünftigen Entwicklungen unserer Gemeinde verdient. Sie können sicher sein, dass ich mich weiterhin, solange ich Ihr politisches Mandat habe, für eine gute Umsetzung der begonnenen Projekte, und eine vernünftige Entwicklung und anständige Verhältnisse im Hagelstädter Gemeinderat einsetzen werde, auch wenn dies – wahrscheinlich aufgrund des näher rückenden Wahljahrs 2020 -schwieriger zu werden scheint.


Ihr
BB signature
Dr. Bernhard Bausenwein
1. Bürgermeister